Wenn Gottes Wille zur politischen Parole wird

Wenn Gottes Wille zur politischen Parole wird

Glaube, Macht und Wahl (KI – generiert)

Vertikale Autorität im MAGA-Christentum und warum Luther hier eher zur Vorsicht mahnt

In der amerikanischen Online-Zeitung Huffpost.com habe ich einen Artikel über eine Debatte über christlichen Nationalismus gelesen. Dabei ist mir der Ausdruck „vertical morality“ begegnet. Gemeint ist damit eine moralische Grundhaltung, in der sich das Gute vor allem am Gehorsam gegenüber einer höheren Autorität bemisst. Im christlichen Zusammenhang heißt das: Entscheidend ist zuerst, ob etwas als von Gott gewollt gilt. Für den folgenden Beitrag verwende ich dafür den theologischen Schärfungsbegriff „vertikale Autorität“. Denn im politischen Raum geht es dann meist nicht nur um Moral, sondern um die Frage, wer verbindlich sagen darf, was Gott will. Genau dort beginnt das Problem. [1]

Der Mensch – das Ebenbild Gottes: Bedeutung, Auslegungen und biblische Begründung

Der Mensch – das Ebenbild Gottes: Bedeutung, Auslegungen und biblische Begründung

Der Mensch – Ebenbild Gottes (KI generiert)

Die Aussage, dass der Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen ist, gehört zu den tragenden Grundgedanken biblischer Anthropologie. Sie bestimmt maßgeblich das christliche Verständnis von Menschenwürde, Berufung, Verantwortung und Gemeinschaft. Zugleich ist die Lehre vom Ebenbild Gottes vielschichtig. In der theologischen Tradition wurde sie auf unterschiedliche Weise entfaltet, wobei sich besonders drei Hauptdeutungen herausgebildet haben: die strukturelle, die funktionale und die relationale Auslegung.[1]

Diese drei Perspektiven schließen einander nicht zwingend aus, sondern beleuchten unterschiedliche Dimensionen derselben Wirklichkeit. Gemeinsam machen sie deutlich, dass der Mensch in besonderer Weise auf Gott bezogen, zur Verantwortung in der Welt berufen und auf Gemeinschaft hin geschaffen ist.

Markus 16,8 als Schluss des Markusevangeliums?

Markus 16,8 als Schluss des Markusevangeliums?

Exegetische und theologische Überlegungen zur Tragfähigkeit einer Osterhoffnung ohne Erscheinungserzählungen

Die Frauen am Grab – aber? (KI-generiert)

Die Frage, ob das Markusevangelium ursprünglich mit Mk 16,8 endet, gehört zu den klassischen Problemen neutestamentlicher Exegese. Sie betrifft nicht nur textgeschichtliche und literarische Aspekte, sondern berührt in erheblichem Maß die theologische Struktur des ältesten Evangeliums. Sollte Mk 16,8 den intendierten Schluss darstellen, so endet die Erzählung nicht mit einer Erscheinung des Auferstandenen, sondern mit Flucht, Furcht und Schweigen der Frauen am leeren Grab. Gerade diese eigentümliche Schlussszene hat zu sehr unterschiedlichen Deutungen geführt.

Im Zentrum steht die Frage, ob Markus damit bewusst eine offene Ostererzählung gestaltet hat oder ob ein ursprünglicher Schluss verloren gegangen ist. Daran schließt sich die weiterführende theologische Problematik an, wie eine christliche Auferstehungshoffnung zu bewerten wäre, wenn sie allein auf der markinischen Osterüberlieferung beruhte.

Gottes Musikgeschmack

Gottes Musikgeschmack

Über Musik, Gerechtigkeit und die Frage, was Gott eigentlich hören will

Hat Gott Musikgeschmack? (KI-generiert)

Hat Gott Musikgeschmack? Dazu hielt ein Freund von mir zu Ostern 2026 eine Andacht. Das regte mich an einmal dieser Frage nachzugehen.

Die Frage klingt zunächst charmant und ein wenig provokant. Man denkt schnell an menschliche Vorlieben: Mag Gott eher Bach oder Jazz, Choral oder Worship, Orgel oder Gitarre? Doch gerade diese scheinbar harmlose Frage führt mitten in ein theologisches Problem. Denn sie setzt bereits voraus, dass Gott ästhetische Vorlieben im menschlichen Sinn habe. Vielleicht ist das schon der erste Irrtum.

Denn biblisch gesehen geht es bei Musik vor Gott offenbar nicht zuerst um Stilfragen, sondern um Wahrheit, Beziehung und gelebte Gottesnähe. Musik ist in der Heiligen Schrift keine bloße Dekoration des Glaubens. Sie ist Lob, Klage, Erinnerung, Trost, Mahnung und Verkündigung. Sie prägt Menschen, bewahrt Heilsgeschichte und formt Gemeinschaft.[1] Darum greift es zu kurz, nach Gottes „Lieblingsstil“ zu fragen. Die entscheidendere Frage lautet: Wann entspricht Musik Gott?

Auferstehung – wie wirklich ist sie?

Auferstehung – wie wirklich ist sie?

Die Auferstehung Christi (Bild KI-generiert)

Ich glaube selbst an die Auferstehung Jesu. Gerade deshalb will ich sie nicht nur bekennen, sondern auch prüfen, durchdenken und verantwortlich darstellen. Denn die Auferstehung ist für den christlichen Glauben nicht ein Nebengedanke, sondern seine Mitte. Zugleich ist sie kein gewöhnliches historisches Ereignis, das sich einfach wie ein Experiment wiederholen oder wie ein naturwissenschaftlicher Befund beweisen ließe. Wer über Ostern redet, muss deshalb sauber unterscheiden: zwischen dem, was objektiv behauptet wird, dem, was subjektiv erfahren wird, und den Deutungen, die für oder gegen die Auferstehung Jesu vorgebracht werden. [1]

Die christliche Tradition hält daran fest, dass die Auferstehung nicht bloß eine Metapher für Hoffnung oder eine religiöse Innenwahrnehmung der Jünger ist. Sie meint vielmehr: Der Gekreuzigte lebt bei Gott und ist der Auferstandene. Gleichzeitig bleibt die Auferstehung als solche dem unmittelbaren historischen Zugriff entzogen. Sie ist nicht einfach ein „historisches Faktum“ im selben Sinn wie eine Schlacht, eine Inschrift oder ein Herrscherwechsel, sondern ein Geschehen, das die gewöhnlichen Kategorien von Geschichtsschreibung überschreitet. Darum muss jede seriöse Darstellung beides festhalten: die historische Relevanz und die theologische Einzigartigkeit. [1][2]

Was meint Jesus, wenn er am Kreuz ruft: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Was meint Jesus, wenn er am Kreuz ruft: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Dieser Satz aus Matthäus 27,46 gehört zu den tiefsten und verstörendsten Worten des Neuen Testaments. Er ist Schrei, Gebet und Schriftzitat zugleich. Wer ihn verstehen will, muss Psalm 22 mitlesen, die Spannung zwischen Leid und Hoffnung aushalten und erkennen: Gerade in diesem Ruf zeigt sich, wie tief Christus in das menschliche Dunkel hineingeht.

Die Auslegung von Matthäus 27,46 gehört seit jeher zu den schwierigsten Aufgaben christlicher Theologie. Denn der Vers zwingt dazu, mehrere Fragen gleichzeitig zu bedenken: Hat Gott Jesus am Kreuz wirklich verlassen? Wie ist Jesu Schrei im Licht von Psalm 22 zu verstehen? Geht es hier um subjektives Empfinden, um eine reale Heilswirklichkeit oder um beides? Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Predigt, Seelsorge und christliches Reden von Gott?